Der Turdus Vogel- und Naturschutzverein und das Museum zu Allerheiligen luden am vergangenen frühen Sonntagabend zum Vortrag über die interessantesten Vogelbeobachtungen der Region des Jahres 2019 ein. Um dem Ansturm vom letzten Jahr gerecht zu werden, verlegten die Organisatoren den Anlass in die Rathauslaube. Doch auch diese erwies sich als zu klein, denn nicht alle der rund 300 Besucher fanden einen Sitzplatz.
Urs Weibel, Martin Roost und Pascal Parodi präsentierten auf abwechslungsreiche Art und Weise eine ganze Reihe an erstklassigen Fotos und Filmaufnahmen von seltenen Vogelarten, die von
verschiedenen Ornithologinnen und Ornithologen hier in der Region aufgenommen wurden. Mehrere Vogelarten wurden im 2019 zum ersten Mal überhaupt im Kanton Schaffhausen nachgewiesen. So wurde die
Artenliste dieses Jahr um Mauerläufer, Gleitaar und Gelbbrauenlaubsänger erweitert. Zählt man Diessenhofen zur Region dazu, verlängert sich die Liste der Erstnachweise sogar um
Sichelstrandläufer, Teichwasserläufer und Rallenreiher.
Das Publikum war begeistert von wunderbaren Filmaufnahmen eines Wiedehopfs, der auf seinem Weg ins Brutgebiet in Büsingen einen Halt einlegte. Ebenfalls sehr eindrücklich war ein
Bergfinkenschlafplatz bei Tengen, der sich letzten Winter während rund zwei Monaten hielt. Schätzungsweise 2,5 – 3 Millionen Bergfinken fanden sich dort Abend für Abend in einem Waldstück ein und
boten ein gigantisches Schauspiel.
Mittels Aplaus wurde der Publikumspreis bestimmt für das schönste ornithologische Erlebnis, welches die drei Referenten an diesem Abend präsentieren. Das Rennen machte Ueli Pfändlers Filmaufnahme
eines Pirolpaares bei der Fütterung der Jungen. Die Auszeichnung «Ornithologisches Highlight 2019» ging an Martin Roost mit der Entdeckung des Gelbbrauenlaubsängers in seinem eigenen
Garten.
Beim anschliessenden offerierten Apéro nutzten Besucher die Gelegenheit um sich über die gemeinsame Leidenschaft der Vögel, die Wichtigkeit des Naturschutzes und über Gott und die Welt
auszutauschen. Ein erfolgreicher Anlass fand damit einen würdigen Abschluss.
Pascal Parodi